Die Woche (48/2023)

Der Wochenrückblick: Langsam finde ich einen Rhythmus, der Blog läuft jetzt etwas mehr als drei Wochen, und ich habe die Struktur schon mindestens eine Woche nicht mehr angefasst. Mir gefällt’s. Es funktioniert alles. Und – das ist besonders schön – die Föderation läuft fast von allein. Über 60 folgende Accounts im Fediverse sind weit mehr als ich in der kurzen Zeit erwartet habe. Danke, Leute…!
Musik

Die Woche begann musikalisch. Mit einer Würdigung der großen Sister Rosetta Tharpe. Einer Frau, über die ich bis vor kurzem tatsächlich rein gar nichts gewusst habe. Um so größer ist meine Bewunderung für sie, ihre Musik und ihr Leben. Meine Vorstellung reicht nicht weit genug, um zu ermessen, unter welchen Umständen eine bisexuelle, schwarze Frau aus den Südstaaten der USA in den 30er Jahren hat leben müssen. Aus diesen Umständen und ihrer Liebe zu ihrer Musik ergab sich eine Lebensgeschichte, die ich nur bewundern kann.

Fußball I.

Wenn meine Affinität zum Fußball auf meine Affinität für gut erzählte Krimigeschichten trifft, dann muss das einfach in den Blog. Auch wenn es sich bei Nordkurve (2014) mal nicht um eine epische Serie, sondern „nur“ um einen Dreiteiler handelt. Bei der Affinität deutscher ÖRR Sender zu allem was in Skandinavien aus der Nordic-Noir-Serien Fabrik kommt, können wir vermutlich dankbar sein, dass so ein unspektakuläres kleines Werk aus Frankreich es bei ARTE in das Programmschema schafft. Dafür brauchen und lieben wir diesen kleinen Spezialkanal!

Fußball II.

Ich bin gar nicht unbedingt ein großer Fan von Dokumentarfilmen. Am Ende sind diese oft nur eine preiswerte Kunstform um Sendezeit zu füllen. Einige Filmausschnitte mit einem Dutzend Testimonials von bereitwilligen Zeitzeug:innen zusammenzuschneiden ist dann auch kein meisterliches Handwerk… im Grunde. Hier mache ich mal eine Ausnahme. Weil es um die Würdigung des Lebens, der Karriere und der Person einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten im deutschen Fußball geht. Und einer Person, die ihr Wirken immer auf mehr als nur den Fußball bezogen hat. Ewald Lienen hat diesen Film (2023) verdient!

Werner Herzog

Der Münchener ist eine internationale Kinolegende. Und das wohl völlig zu Recht. Da kratze auch ich nicht am Lack des Denkmals. Ich habe mich aber für einen seiner kleineren, häufig übersehenen Filme interessiert, statt für das weitaus größere Remake eines deutschen Horrorklassikers. Obwohl auch der äusserst sehenswert ist. Doch die Aussteigergeschichte lag mir näher. Muss eine Stimmungsentscheidung gewesen sein.

Musik II. – Shane McGowan

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Am Donnerstag starb der große irische Dichter und Musiker Shane MacGowan im Alter von nur 65 Jahren. Ich verneige mich vor seinem Werk und trinke zwei Irish Whiskey. Einen für ihn, und einen in tiefer Dankbarkeit zur selben Zeit am Leben gewesen zu sein, wie er. Seine Musik war ein Geschenk für unsere Seelen und das Leben.

Fußball III.

Ja, der Film von Ken Loach und Eric Cantona (2009) hat viel mit Fußball zu tun. Wer aber nur deshalb den Film nicht sehen will, weil der Sport nicht interessiert, macht alles falsch! Denn es ist eine viel größere Geschichte. Eine Geschichte über Solidarität (unter Männern). Ein Wert, ohne den jede Gesellschaft zwangsläufig auseinanderfliegt. Das fängt im Zwischenmenschlichen an und hört bei Staaten nicht auf. Eine kleine Geschichte über große Dinge. Und Liebe.

Christian Petzold, Paula Beer & Franz Rogowski

Das Dreamteam des deutschen Films bekam bei ARTE gleich zwei Wiederholungen. Beide verdient. Auch weil das zwei völlig unterschiedliche Filme sind. Sie werden zusammengehalten von Regisseur und Autor Petzold, der mit ihnen wohl endgültig in die erste Reihe internationaler Filmemacher aufgestiegen ist. Und über sein Ensemble noch Worte zu verlieren, hieße dann schon wieder von Liebe zu sprechen…

Postkoloniale Doppelmoral

Nur am Rande bin ich auf den Multi-Oscar-Gewinner von 2008 eingegangen. Ich konnte mit dem Film nichts anfangen, als er in den Kinos war. Und auf der kleinen TV-Bildfläche schon viel weniger. Doch eine Filmkritik von Salman Rushdie wollte ich euch nicht vorenthalten. Auch weil sie den Film nur zum Anlass für einen viel weitreichenderen Essay genommen hat.

Eine Chance verdient

Eine Chance verdient hat James Corden in seinem Hollywood-Debut von 2013. Auch wenn der Film von der Geschichte gleich mehrfach eingeholt wurde. Das dem Film zugrunde liegende und moralisch völlig verkommene Casting-Show-TV hätte sein Ende mindestens so sehr verdient, wie der Produzent des Filmes seine langjährige Haftstrafe. Der Schaden, den sie der Gesellschaft und vor allem ihren Opfern zugefügt haben, ist niemals wiedergutzumachen. Dennoch funktioniert der Film ganz leidlich. Vor allem wegen seiner hervorragenden Darsteller:innen. Also, für die, die so was mögen…

Vorschau:

Für die nächste Woche verspreche ich mehr Musik, mehr Serie(n) und vielleicht auch mehr zu mir… weniger lustig, aber persönlich.

Bis dahin, danke für’s Lesen & Folgen dieses kleinen Blogs! Nur dafür mach ich das!

Klaus

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