Die Woche (51/2023)

Morgen ist, der von Menschen christlichen Glaubens gefeierte, „Heilig-Abend“. Sie sind in keiner christlichen Kirche? Sie „feiern“ trotzdem? Recht so! Denn zum feiern sind wir auf der Welt. Und wenn es nur das Leben ist. Eine Leitkultur, die uns das vorschreibt, die brauchen wir wirklich nicht!

An dieser Stelle wurde ein Video von YouTube über unsere eigene Invidious-Instanz datenschutz-freundlich eingebunden. Diese Instanz haben wir als Proxy konfiguriert. So finden beim Besuch und Abspielen des Videos auf dieser Webseite keine Übertragungen persönlicher Daten von ihnen zu YouTube/Alphabet statt. Wenn sie diesen Inhalt anzeigen wollen, klicken sie bitte hier.

 
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Invidious.

Einen Grund zum Feiern gibt es immer! Was und warum sie feiern, liegt ganz an ihnen. Ob sie jetzt zu diesem Fest dem allgemeinen kapitalistisch induzierten Konsumrausch zum Opfer gefallen sind, weiß ich selbstverständlich nicht. Doch sich „Geschenke“ zu machen – und der Anlass dazu sei irrelevant – ist überhaupt eine der schönsten Handlungen zwischen Menschen, die es gibt. Hier können sie sich aus meinen „Perlen“ aussuchen, was sie sich selber schenken möchten. Doch einen Schwur habe ich mir gegeben: Weihnachtsfilme werde ich hier nicht besprechen – mit einer einzigen Ausnahme… 😉

Tim Burton – „Big Fish“ (2003)

Tim Burton ist wohl einer der größten Illusionisten und Phantasten Hollywoods. Seine Filme, immer hart an der Kante zwischen Mainstream und Underground, Blockbuster und Arthouse. „Big Fish“ ist eine Liebeserklärung an das Kino, die Macht des Erzählens von Geschichten, die Macht der Vorstellungskraft und die Bedeutung von Lebenserfahrung. Eine Reflexion über das Leben und die Art und Weise, wie unsere Erinnerungen geformt werden. Es ist tatsächlich wohl sein einfühlsamster und poetischster Film. Diese Verschmelzung von Realität und Fantasie, diese einzigartige Erzählstruktur, zwischen Gegenwartshandlung und Geschichten… Ich weiß wirklich nicht, wer das sonst so hinbekommen hätte, wie dieser große Phantast. Der Film läuft in der Mediathek schon morgen ab!

„M*A*S*H“ (1972-1983)

Die Serie ist vermutlich inzwischen älter, als die meisten ihrer Zuschauer:innen. Ich kenne da keine Zahlen. Doch über mehr als 50 Jahre kommen einige zusammen. Und jeden Tag kommen potentiell neue dazu. Natürlich habe ich ich mit diesem Beitrag meinen Schwur, mich hier auf die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu beschränken, verletzt. Doch was kann ich dafür, dass eine der wichtigsten TV-Serien meines Lebens nur im Privatfernsehen läuft? Wenn ich Programmdirektor bei Neo/One oder 3Sat wäre, dann würde ich das jedes Jahr als Marathon inszenieren. Nur weil es so Leute wie mich gibt, die gerne mal nonstop 5 Tage ihres Lebens in so ein Werk investieren würden. (Natürlich hab‘ ich das auf DVD.)

Metas strategische „Öffnung“ ihres Datenbunkers

Ein very-long-read und meine Reflektion über die Motivation von Meta zu der strategischen „Öffnung“ ihrer „Threads“ Plattform durch den Einsatz des ActivityPub Protokolls. Ich konnte mir eben nicht anders helfen als meine, von wenig Sachkenntnis getrübte, Meinung zu dem Thema beizutragen, welches das Fediverse seit Tagen Monaten umtreibt. Ich glaube tatsächlich, dass es dabei nur um eine Präventivmaßnahme zum Abwehren politischer Forderungen nach dem Zerschlagen der Datenmonopolkonzerne geht. Dazu würde mich ihre Meinung tatsächlich sehr interessieren!

Bob Dylan – Shadow Kingdom (2021)

Was sich unter die diesjährige Auswahl von 3Sat für das Fest gemogelt hat, das ist so außergewöhnlich, da vergesse ich, dass Weihnachten erst noch kommt. Ich möchte niederknien dafür. Denn der Kultursender schenkt uns das letzte Werk von Bob Dylan. Und das ganz im Original, Full HD, ungekürzt und, natürlich, in Schwarz und Weiß! Und Wahrhaftig!

Sorry, für den Überschwang meiner Begeisterung. Doch ich musste das einfach loswerden. Wer nüchterne Programmtipps sucht, liest ohnehin nicht hier – das vermute ich einfach mal ohne es begründen zu können. 😉

Lieblingsfilm – Vom Lokführer, der die Liebe suchte (2018)

Ein Film, in dem kein einziges Wort fällt, der aber deshalb kein Stummfilm ist, sondern mit Geräuschen tatsächlich zu „berauschen“ vermag. Ein Film, der so klein ist, dass er über die wenigen Programmkinos und die Mitternachtseulen vor den TV Bildschirmen hinaus wohl kaum ein Publikum finden konnte, der aber so große, hinreißende Bilder fand, mit so faszinierenden Gesichtern und Figuren eine so wundervolle, zu tiefst romantische Geschichte erzählt. Diesen Widerspruch auszuhalten, ist ein Teil des „Geschäfts“. Und ein Schicksal der Kunst.

Lieblingsfilm – Neil Jordan – Mona Lisa (1986)

Ganz ohne Zweifel fällt dieser Film ebenso in die Kategorie „Lieblingsfilme“. Einfach, weil es mir nicht gelungen ist, die Liebe die ich schon 1986 für ihn empfunden habe zu vergessen. Ein Denkmal für Bob Hoskins und Robbie Coltrane ist der Film von Neil Jordan. Und ein Klassiker des britischen Kinos. Bei Arte darf er ganz hinten in der Mediathek schon seit April Nostalgiker:innen wie mich beglücken. Wer weiß eigentlich, wie viele von uns es noch gibt?

Dallas Buyer Club (2013)

Schon fast zehn Jahre sind vergangen, und wieder nur eine Woche gibt uns die ARD für einen wirklich wieder-sehenswerten “Oscar”-Gewinner. Sechsmal nominiert und dreimal gewonnen haben 2014 hier vor allem die Hauptdarsteller: Matthew McConaughey und Jared Leto. Die Adaption eines “literarischen Werkes”, nämlich eines Zeitungsartikels in der “Dallas Morning News”. Also eine Geschichte nach (weitgehend) wahren Begebenheiten. Ein Verdienst des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, uns diesen Film schon zum dritten Mal in diesem Jahr wieder in den Mediatheken anbieten zu können. Wenn auch nur für eine Woche.

Lieblings-Hamburg-Film: Absolute Giganten (1999)

Ein Film aus meiner liebsten Gattung: Ein Hamburg-Film! Ein Film über das Jungsein in einer Großstadt. Drei Männer, eine Frau. Der wirkliche Star ist ein altes Ford Granada Coupe(!) und natürlich die schönste Stadt der Welt. Kein Weihnachtsfilm, keine Lovestory hier, außer der Liebe zum puren Leben. Was für ein wunderbarer, kleiner, schmutziger Edelstein. Der funkelt so sehr, da werden sogar die Hinterhöfe Hamburgs zu (m)einem Sehnsuchtsort. Frank Giering, Florian Lukas, Antoine Monot und vor allem die wunderbare Julia Hummer kannten wir damals noch nicht. Sie waren hungrig und wollten die Welt! Wie schön ist es, nochmal einen Film lang wieder jung zu sein und einfach nochmal eine Nacht mit dieser Crew durchzumachen.

Bonn – Alte Freunde, neue Feinde (2023)

Dieser Beitrag ist eine Wiederholung aus dem Frühjahr. Denn das Investment muss sich noch refinanzieren. Wenn die ARD ein Event -Programm in Auftrag gibt, dann wird so was heute leider mindestens zur „Mini-Serie“, weil darunter der/die Konsument*in den Event vermutlich wohl gar nicht nicht erkennen würde. Das beruht auf der Interpretation des öffentlich-rechtlichen Auftrags durch Programmchefin Christine Strobl – die ihren Senderverbund gerne als Konkurrenten von Netflix aufgestellt sehen würde. Mir würde es Recht sein, wenn dieser ständige Schwanzvergleich, Entschuldigung Frau Strobel, endlich mal ein Ende fände. Für einen derartigen Wettbewerb hat die ARD nämlich überhaupt kein Mandat. Für besseres Programm derweil… ach, lassen wir das. Sie wird das nicht lesen.

Dortmunder Lieblings-Leitkultur – Das Weihnachtsschnitzel (2022)

Hier begehe ich bestimmt zwei Todsünden für einen aufgeklärten Blogger. Einmal – entgegen meines mir selbst gegebenen Schwurs – einen Weihnachtsfilm zu besprechen. Und dann auch noch einen, welcher der zutiefst deutschen Leitkultur des Schnitzelverzehrs huldigt. Ganz ehrlich, Leute, ich sehe den Konflikt. Doch Armin Rohde und Ludger Pistor bin ich das einfach schuldig. Herr Merz aus dem Hochsauerlandkreis kennt solche Leute wahrscheinlich nur vom Schützenfest in Sundern. Wobei ich Zweifel habe, dass Günter und Wolfgang da hingehen würden. In Dortmund ist die Leitkultur eben doch eine andere. Da mögen zwar die Weihnachtsbäume Fake sein, die Menschen sind es aber nicht!

In diesem Sinne, macht dieser Blog, den keine:r braucht, eine kurze Weihnachtspause. Vermutlich gibt es erst nach den Feiertagen wieder das nächste Update. Inzwischen werde ich mich einfach um Menschen kümmern, statt um Mediatheken. Der Luxus selbige überhaupt nutzen zu können und Gewinn daraus zu ziehen, ist längst nicht allen gegeben – und das gilt so ziemlich für alles, was wir online tun.

Ein frohest mögliches Fest wünsche ich meinen Leser:innen und allen, die es nicht sind. Bitte bleiben sie am Leben!

Eine Antwort zu „Die Woche (51/2023)“

  1. Avatar

    @ruhrwellenreiter Und natürlich ist wieder was dabei, um ein paar Stunden der Feiertage durch die Mediatheken zu wandern. Mit bestem Dank und Grüßen wünsche ich schöne Feiertage und einen gesunden Rutsch ins 2024

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert