Die Woche (04/2024)

Dass diese Woche politisch werden würde, ließ sich zwar ahnen, war aber zu ihrem Beginn längst noch nicht klar. Doch nach dem Wochenende mit hunderttausenden Menschen auf den Straßen und Plätzen der Republik – und dem Holocaust-Gedenktag zu ihrem Abschluss – war es auch für den Blog wieder gar nicht zu vermeiden, dieses Programm politisch „zu begleiten“. Eskapismus inklusive.

Es war keine besonders gute Woche für mich. Da galt es zunächst Mal meiner lohnabhängigen Werktätigkeit gerecht zu werden. Dann die Nachwirkungen des letzten Virus abzuschütteln nur um festzustellen, dass auch die Mediatheken eine Menge an Dynamik eingebüßt haben. Im Vergleich zu den Vorwochen musste ich tatsächlich etwas tiefer nach den Perlen tauchen – inklusive Wiederholungen und Langläufern war aber dann doch genug dabei. 

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John Badham erinnert sich an die Entstehung seines rasanten Actionfilms mit einigen der verrücktesten Hubschrauber-Aktionen, die je auf der Leinwand zu sehen waren.
Überwachungs-Dystopie – Das fliegende Auge (1983) – abgelaufen

Für diesen Film werden sie sich leider schon wieder in Geduld fassen müssen, denn im ZDF ist er gestern schon abgelaufen. Dafür, dass dieser „Science-Fiction“ – ein Begriff den ich in meinem Beitrag eigentlich zurückweise – schon wieder über 40 Jahre alt ist, ist er noch immer als dystopische Warnung vor dem Überwachungsstaat (oder kapital-getriebener privater Unternehmen) absolut ernstzunehmen. Und als hervorragender Action-Film, noch ganz ohne digitale CGI.

Die Würde des Menschen – One of These Days (2020) – bis 30.01.2024

Auch für diesen Film sollten sie sich nicht viel Zeit lassen, weil ARTE ihn nur noch 2 Tage im Angebot hat. Ganz und gar keine Action, dafür aber jede Menge „Psycho“ in Form knallharter Kapitalismusanalyse. Eher ganz und gar nicht unterhaltsam, doch dafür psychologisch und atmosphärisch hochspannend ist der amerikanische Film des Deutschen Bastian Günther. Hier geht es hier um einen Kampf um das eigene Leben. Dort, wo es um mehr als nur individuelle Mobilität, sondern grundsätzlich um das ökonomische Überleben geht, wird nachvollziehbar, warum Menschen ihre sowohl physische wie psychische Gesundheit für ein Auto riskieren. Ist die Würde des Menschen tatsächlich unantastbar, oder hat sie nur einen Preis?

Kulturell angeeignet – Große Fische, kleine Fische (2015) – bis 06.07.2024

Für mich ist „das Meer“ tatsächlich ein Sehnsuchtsort. Norddeutsche-Provinz-Komödien sind mir allerdings eher ein Gräuel. Doch hier habe ich meine Bedenken über Bord geworfen und hatte viel Freude an Dietmar Bär und Uwe Ochsenknecht. Sie haben Zeit bis zum Sommer, für ihr kleines Bisschen Eskapismus vom Alltag. In niedriger Dosierung ist das auch sehr gesund und bekömmlich. Schnaps für Schweden! Das unterstütze ich!

Tom Tykwer – Cloud Atlas (2012) – bis 04.02.2024

Ich bin wirklich der letzte, sich über Wiederholungen zu beschweren. Doch wenn ein Film nur 10 Tage nachdem er in der Mediathek abgelaufen ist, schon wieder da ist, dann stelle ich mir schon die Frage, ob das nicht irgendwie besser planbar gewesen wäre. Zum Beispiel durch eine Wiederholung direkt nach dem Ablauftermin – die so wieder laufende und ununterbrochene Verfügbarkeit ermöglicht hätte. Doch nicht nur da hat die ARD noch jede Menge Optimierungspotential. Und ich hätte im Blog weit weniger Arbeit. 😉

Frank Beyer – Jakob der Lügner (1974) – bis 29.10.2024

Groß ist wieder das Geräusch, über die (Nicht-)Nominierungen zu den Oscars… doch ob Greta Gerwig und Barbie in 50 Jahren noch erinnerungswürdig sein werden, wer weiß das schon? Nach fast 50 Jahren noch einmal auf den einzigen Film aus der DDR zu schauen, der jemals für einen Oscar nominiert wurde, das liegt am Gedenktag des Holocaust allerdings nahe. Aus diesem Anlass meditiere ich am Ende des Beitrags auch noch einige Zeilen über das ARD-Programm in der „Prime-Time“ an einem solchen Tag… Machen sie sich selbst einen Reim drauf.

Roadmovie – Sommer auf drei Rädern (2022) – bis 26.03.2024

Ja! Eskapismus! Schon wieder! Mein Lieblingsfilm der Woche ist das hier: „Manchmal braucht es erst eine Reise mit einem italienischen Mopedauto durch die Provinz, kaninchenzüchtende Neonazis und einen Rucksack voller Koks, bis man kapiert, dass die Dinge mit der Zeit besser werden. Dass man nicht ewig Jungfrau bleibt. Und dass man kein Außenseiter mehr ist, wenn man sich mit anderen Außenseitern verbündet.“ – Nicht nur ein ultimatives Roadmovie, sondern auch ein ultimativer Sommerfilm – und ein überaus würdiger Nachfolger von Fatih Akins „Tschick“. Was wiederum eines der größten Roadmovies und einer der schönsten Sommerfilme aller Zeiten ist. Aufmerksame Leser:innen wissen, wie sehr ich den Film verehre.

Warum Geheimdienste lügen – Curveball (2020) – bis 05.02.2024

Wer alt genug ist, sich an den 2. Irakkrieg zu erinnern, sollte diesen Film sehen. Wer zu jung ist, sich zu erinnern, sollte ebenfalls diesen Film sehen. Denn hier haben wir etwas sehr, sehr seltenes: Ein echtes Kinohighlight, das in Deutschland wirklich höchstselten ist. Der Film von Johannes Naber ist hochpolitisch, hochunterhaltsam und hochaktuell. Und wenn sich schon Geheimdienste (über dritte) über so was „beschweren“, dann dürfen sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass alles, was sie sehen, auf einer wahren Geschichte basiert und genau so geschehen ist. Keine Fake-News hier!


Ob sie sich heute Abend den Tatort geben, oder das Dschungelcamp, ob sie Frau Miosga eine zweite Chance geben (die sie verdient hat), oder etwa im Star-Wars Universum einschlafen wollen, weiß ich nicht. Ich würde ihnen ARTE empfehlen, weil sie dort um 21:50 Uhr Leonardo Di Caprio und Russel Crowe in „Der Mann, der niemals lebte“ – einem Thriller von Ridley Scott – sehen können, der es leider nicht in die Mediathek schafft. Ein Film für Erwachsene. Und selten!

Haben sie eine gute Woche!

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