Olli Dittrich, Katja Riemann – Die Relativitätstheorie der Liebe (2011)

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Ein starkes Stück Schauspiel- und, ganz besonders, Maskenbildner:innenkunst. Katja Riemann und Olli Dittrich in einer ARD/Degeto/UFA Cinema Produktion von 2011, unter der Regie von Otto Alexander Jahrreiss, die mal keine Schmonzette, aber ein schöner Film über die Liebe ist. Sehr amüsant! 5 Geschichten, 12 Hauptrollen = 2 Darsteller:innen. Ganz in Echt!

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Ganz ehrlich, zum Humorkritiker eigne ich mich eigentlich gar nicht. Das liegt vor allem daran, dass ich über Dinge lachen kann, bei denen andere den Raum verlassen, weil sie den Witz nicht finden.

Ich habe ehrlich keine Theorie, woran das liegt, aber ich habe eine, wo das unter anderem herkommt. Also das, worüber ich lachen kann. Ich habe meinen Humor ja auch erst lernen müssen.

Wenn Sie alt genug sind, dann können Sie sich sicher noch an einen der größten Klassiker des Sketchshow-Genres, „Sketchup“ (1984-1986) erinnern. Der große Diether Krebs und seine ihm absolut ebenbürtigen Partnerinnen Beatrice Richter und Iris Berben haben damit einen Gipfel absurder deutschsprachiger Comedy erreicht, an dem alle folgenden Generationen bis heute nachhaltig scheitern sollten.

Denn die Kunst, sich selbst ohne jede Eitelkeit in den Dienst eines Gags zu stellen und in der Rolle bis zur Unkenntlichkeit aufzugehen, ist wahrhaftig nicht vielen Darsteller:innen gegeben.

Zwei davon gab es, denen ich es immer zugetraut hatte: Olli Dittrich und Anke Engelke. Das haben die beiden auch wiederholt bewiesen. Ihre Improvisationscomedy „Blind Date“ (2001-2006), nur ein Beispiel dafür, vermisse ich schmerzlich. Wen ich in der Disziplin allerdings überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, war die von mir sonst überaus geschätzte Katja Riemann.

Dass die Berlinerin eine der besten Schauspielerinnen in Deutschland ist, belegt ihr Erfolg. Dass sie sich immer voll in den Dienst einer Rolle stellt, ist ein Grund dafür. Doch was sie in diesem Film bewerkstelligt, ist mehr als das. Es ist tatsächlich ein Trip multipler Persönlichkeiten, alle bis zur Unkenntlichkeit dargestellt von derselben Person.

Das, was Riemann und Dittrich hier aufführen, das ist eine große Hommage an die Vorbilder, und war ein Flop sondergleichen, soweit es die Kritik betraf:

„Dieser Film hat den Tiefgang einer Untertasse und den Charme einer Margarine-Werbung.“

Rüdiger Suchsland, artechock.de

Und wenn ein Kritiker wie Suchsland (für mich eine Autorität wie sonst nur noch Georg Seeßlen) durch einen Film derartig schlechte Laune bekommt, dann wird es dafür wohl einen Grund geben.

Ich vermute, der Kritiker hatte die schlechte Laune schon vor dem Film. Vielleicht aber, und das wäre weit schwerwiegender, hat er auch einfach nur zu viel erwartet? Das mit dem Humor ist ja immer so eine Sache.

Ich habe nicht viel mehr, als eine gute Zeit erwartet. Und ich habe sie bekommen. Tatsächlich habe ich den Film seither schon mehrfach gesehen. Denn leider ist er ohne Nachfolger geblieben.

Kein Klassiker des deutschen Kinos, ganz gewiss. Nicht alle Gags zünden. Fremdscham inklusive. Aber doch, dank Riemann und Dittrich, ein schmutziger kleiner Edelstein, verborgen unter viel zu vielen gleichförmigen und ungleich viel weniger mutigen, viel unlustigeren Comedy-Produktionen, die das deutsche Kino uns gemeinhin in seiner langen Geschichte schon so leidvoll zugemutet hat.

Ich mag Magarine!



Komödie, Deutschland, 2011, FSK: ab 12, Regie: Otto Alexander Jahrreiss, Drehbuch: Otto Alexander Jahrreiss, Produktion: Thomas Peter Friedl, Nico Hofmann, Otto Alexander Jahrreiss, Manya Lutz-Moneim, Nina Maag, Musik: Martin Todsharow, Stefan Broedner, Kamera: Hannes Hubach, Schnitt: Piet Schmelz, Mit: Katja Riemann, Olli Dittrich, Leonard Carow, Beat Marti, Jochen Wigand, Sara Fazilat, Norman Karl, Pujeh Taghdisi, Tobias Schulze


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