Thriller in Serie – Cannabis (2016)

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Es gibt viele gute Gründe eine Legalisierung von Cannabis kritisch zu sehen. Es gibt wiederum einen sehr guten Grund durch diese Maßnahme dem internationalen Drogenhandel seine Geschäftsgrundlage zu entziehen. Und darüber können sie eine Menge lernen, in dieser ARTE Eigenproduktion von 2016 zum Beispiel. Erwarten sie nur keine Kiffer:innenwitze. Die gibt es hier schon mal so was von gar nicht.

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Ich bin sicher kein Experte für Drogenpolitik. Doch als Geschichts- und Soziologie-Nerd kenne ich das eine oder andere Beispiel, wie Alkohol-Prohibition, wo es sie gab, erheblich für den Anstieg an Konsum, Missbrauch und Kriminalität verantwortlich gewesen ist. Und darum geht es in dieser Serie. Sicher nichts um sich gemütlich zu entspannen. Aber großartig um sich spannend und intelligent unterhalten zu lassen.

Denn eigentlich geht es in „Cannabis“ um das Beziehungsgeflecht der Figuren in einer heruntergekommenen Pariser Banlieue – zwischen denen, die das Zeug verkaufen oder verkaufen lassen, und jenen, die unter genau diesen Verhältnissen leiden oder sich entscheiden, sich dagegen zu wehren. Erstere sind die Männer, Letztere die Frauen; meistens sind sie Teil derselben zerbrochenen Familie.

Doch das Geflecht führt weiter. In Marbella, der spanischen Küstenstadt, Urlaubsort der Schönen und Reichen und Anlaufpunkt für die Lieferung von jährlich tausenden Tonnen Haschisch aus Marokko, sitzen die Drogenbosse und ihre Handlanger.

(Jens Mayer, taz, 08.12.2016)

Arte hat sich für „Cannabis“ mit Netflix einen Partner geholt, der hier koproduziert und dafür einige Jahre die internationalen Streamingrechte erworben hat. Also in gewisser Weise als konzessionierter Dealer für den Serienstoff fungieren durfte. Die Rechte daran blieben allerdings bei unserem Lieblingssender. Und deshalb dürfen wir die Serie nun wieder ein ganzes Jahr in der Mediathek sehen, ohne noch einmal dafür zu bezahlen.

Überhaupt streckt sich Arte mit dieser selbst produzierten Serie eher nach den Glanzlichtern des Pay-TV als den Standards des normalen Fernsehbetriebs. „Cannabis“ borgt den soziologischen Blick von „The Wire“ und erinnert nur in seinen schwächeren Momenten an „Marseilles“ (ebenfalls Netflix). Und schwache Momente gibt es kaum. (…)

Echte Menschen eben, echte Probleme. Und eine echte kontinentaleuropäisch-mediterrane Alternative zu vergleichbar gelungenen Serien aus skandinavischer oder angloamerikanischer Produktion.

(Arno Frank, Spiegel-Online, 08.12.2016)

Natürlich ist „Cannabis“ eine fiktive Geschichte und kein Dokumentarfilm. Natürlich ist es „französisch“ und deshalb vielleicht etwas „schmutziger“ als amerikanische Produktionen, die wir seriell mitunter auch mehr gewohnt sind. Aber es ist ein wahnsinnig spannender und dichter 6-teiliger Thriller, der es – wenn sie einmal drin sind – schwer macht, zwischen den Folgen abzuschalten.

Bekifft halten sie das nicht durch!


„Cannabis“ – sechsteilige TV-Serie – in der ARTE Mediathek bis 07.12.2024

Regie: Lucie Borleteau
Drehbuch: Hamid Hlioua, Clara Bourreau, Virginie Brac
Produktion: Tabo Tabo Films, Arcadia Motion Pictures, Producciones Estrecho AIE, ARTE F
Produzent/-in: Tonie Marshall, Véronique Zerdoun, Ignasi Estapé,
Kamera: Jordane Chouzenoux
Schnitt: Gwen Mallauran
Musik: Jésus Díaz
Mit: Kate Moran, Christophe Paou, Yasin Houicha, Santi Pons, Younès Bouab,  Ruth Vega Fernandez, Pedro Casablanc, Saïd El Mouden, Farida Rahouadj, Isaac Kalvanda, Carima Amarouche, Lindsay Karamoh, Jean-Michel Correia


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