Mediathekperlen
Die Definition einer „Mediathekperle“ ist einfach: Ein Stück TV, dass sie möglicherweise verpasst haben, weil sie nichts davon wussten, aber unbedingt sehen sollten.
-
Francis Ford Coppola – „Der Dialog“ (1974)
Im Rückblick erscheint dieser Thriller des großen Amerikaners, wie eine kleine Fingerübung zwischen seinen gigantischen Meilensteinen der Kinogeschichte, „Der Pate“ (1972), „Der Pate – Teil II“ (1974) und der folgenden „Apocalypse Now“ (1979). Tatsächlich ist er ein Höhepunkt des „New Hollywood“ und einer der wohl besten Filme Coppolas überhaupt. (ARTE)
-
Axel Prahl – „Kafkas Der Bau“ (2014)
100 Jahre ist Frank Kafka tot. Keine Frage, dass sein Leben und literarisches Werk wohl auch noch die nächsten 100 Jahre genug Stoff und Inspiration für neue Interpretationen liefern wird. Grund genug, für die ARD auch diesen Film von Jochen Alexander Freydank wieder in das Programm zu nehmen. Vor allem für Axel-Prahl-Fans unter den Literatur-Nerds…
-
Apartheid Reloaded – „Disctrict 9“ (2009)
„Vor 28 Jahren ist ein Raumschiff mit Außerirdischen über Johannesburg gestrandet. Seitdem werden die Aliens in einem slumartigen Flüchtlingslager isoliert – dem District 9.“ – Ein südafrikanischer Science-Fiction-Film, der es in sich hat, Sie nachdenklich werden zu lassen. (ZDF)
-
Yngvild Sve Flikke – „Ninjababy“ (2021)
Eine romantische Komödie als existenzielles, feministisches Coming-of-Age-Drama um eine ungeplante Schwangerschaft? Eigentlich unmöglich. Außer in Norwegen. Großartig und zum Verlieben. Lykkelig slutt garantert! (ARTE)
-
Kida Khodr Ramadan – „In Berlin wächst kein Orangenbaum“ (2020)
Für über 100 TV- und Kinoproduktionen hat Kida Khodr Ramadan in den letzten 20 Jahren gearbeitet – und ist damit wohl einer der fleißigsten Schauspieler in Deutschland. Sehr kleine Nebenrollen als Gangster/Türke/Araber/Immigrant vom Dienst wuchsen im Laufe der Jahre zu abendfüllenden Charakterstudien, in denen er, selbst bei untergenialen Drehbüchern, immer den maximalen Eindruck bei seinem…
-
Jean-Jacques Beineix – „Diva“ (1981)
4 Antworten
Das Debüt von Jean-Jacques Beineix war eine internationale Arthouse-Sensation, die in einigen Pariser Kinos über ein Jahr lang gelaufen ist, vier „Césars“ abgeräumt und im Alleingang das „Cinéma du look“ erschaffen hat. Eine visuell atemberaubende Explosion. Die Hochzeit von Punk & Oper. Sowieso ein Lieblingsfilm. (ARD)
-
Jodie Foster, Liam Neeson – „Nell“ (1994)
Frau Foster ist ein wirklich mehr als spektakulär guter Grund, diesen Film auch nach 30 Jahren noch einmal zu sehen. Auch Liam Neeson und Natasha Richardson gemeinsam zu sehen, hat noch immer seinen Reiz. Doch heute weiß ich nicht, warum mir dieses Drama vorkommt, als sei es inzwischen aus der Zeit gefallen. (ARTE)
-
Tobias Moretti – „Baumbacher Syndrome“ (2019)
Dieser Film hat etwas von einem Mysterium. In Deutschland finden sie bis heute keine ernsthafte Filmkritik, und das, obwohl der Film schon seit 2019 auf diversen Filmfestivals lief. Erst vor zwei Wochen erlebte er seine TV-Erstausstrahlung und ist nun in der Mediathek nur hinter einer FSK 16 Schranke zugänglich. (ARD)
-
Mareike Wegener – „Echo“ (2022)
Kein anderes Genre steht ja mehr für das deutsche Fernsehen, als der Krimi an sich. Und noch vor dem sonntäglichen Tatort-Ritual (und seinen wochentäglichen Wiederholungen) kommt da der deutsche Provinzkrimi. Und irgendwie, jedenfalls in meiner Wahrnehmung, fließt da alles zusammen. Ich komme schon lange nicht mehr mit… (ARD)
-
Sebastian Rudolph – „Whatever happens next“ (2018)
Es fällt mir schwer, diesen Film nicht zu lieben. Wahrscheinlich, weil Paul Dinge tut, die ich in meinem Leben nie getan habe. Ein Roadmovie ist die einzig angemessene Form, davon zu erzählen. Und dieser kleine deutsche Film repräsentiert nichts anderes als die Essenz dieser Gattung. (ARD)
-
Rosalie Thomass – „Rufmord“ (2018)
Schon sechs Jahre alt soll dieser Thriller von ZDF & ARTE sein. Unglaublich eigentlich, weil ich mich noch so gut an seine Erstausstrahlung erinnern kann, als wäre sie erst gestern gewesen. Und weil mir das bei deutschen Krimis wirklich nicht oft passiert, muss der Film etwas Besonderes sein. So etwas sehen sie wahrscheinlich nur selten!
-
Vom Bleiben und Verschwinden – „We are all Detroit“ (2021)
4 Antworten
Die kleine, aber feine Dokumentarfilm-Manufaktur von Ulrike Franke und Michael Loeken in Witten (NRW), ist schon seit vielen Jahren eine der kreativsten Institutionen zur Dokumentation der modernen Geschichte des Ruhrgebiets. So ist auch dieser zweistündige Film zu verstehen. Über Menschen von heute, zwischen eigener Geschichte, Gegenwart und mit der Hoffnung auf eine Zukunft.
-
John Sturges – „The Great Escape“ (1963)
Ein amerikanischer Kriegsfilm, der insbesondere in Großbritannien zu einem ewigen Dauerläufer wurde – und das, ausgerechnet, zu Weihnachten. Keine Frage, alleine die Besetzung mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, Charles Bronson, Donald Pleasence, James Coburn und Hannes Messemer ist selbst heutzutage noch ein Alleinstellungsmerkmal, das seinesgleichen sucht. (ARTE)
-
Dustin Hoffman – „Die Reifeprüfung“ (1967)
Wirklich großartige Filme altern einfach anders. Ich glaube, auf diesen Konsens können wir uns einigen, wenn wir das Generationenmeisterwerk von Mike Nichols nach 57 Jahren wieder sehen. Eigentlich kann das Kino ja nicht wirklich lieben, wer diesen Film nie gesehen hat. (NDR)
-
Joseph Gordon-Levit – „Code 7500“ (2019)
Am 11. September 2001 stieg ich gegen 14:40 in Düsseldorf in einen Airbus der SAS oder der Air-Berlin – an dieses Detail kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Nur ca. eine Stunde später hat die Maschine in Kopenhagen-Kastrup aufgesetzt. Bis zum Öffnen der Kabinentür war es nur ein weiterer meiner damals wöchentlichen Flüge ins…
-
Francis Ford Coppola – „The Outsiders“ (1983)
2 Antworten
Die „West Side Story“ im Mittleren Westen. Getanzt wird hier zu Rock’n’Roll. Ein Film aus den Achtzigern, über eine Jugend in den Sechziger Jahren. Mit einem Cast, von dem vor vierzig Jahren noch niemand ahnen konnte, welche Superstarpower dieser mal entwickeln sollte – und Tom Waits*! (ARD)
-
Hübner, Schütte, Jessen – „Micha denkt groß“ (2024)
3 Antworten
Im August erst in den Kinos, heute schon in der Mediathek: Das jüngste Meisterwerk von Jan Georg Schütte und Lars Jessen mit Charly Hübner habe ich selbst noch gar nicht gesehen. Das ist mir aber mal egal. Denn inzwischen bin ich ein so großer Fan der Projekte jener Herren, da kann ich das auch ungesehen…
-
Kristen Stewart – „Jean Seberg – Against All Enemies“ (2019)
Sie können mir erzählen, was Sie wollen. Ich halte Kristen Stewart für die derzeitig aufregendste Frau im (amerikanischen) Filmgeschäft. Vielleicht weil sie mir das erste Mal an der Seite von Jodie Foster aufgefallen ist – und da war sie eigentlich noch ein Kind. Ich sehe in ihr jedenfalls eine würdige Nachfolgerin eben jener meiner persönlichen…
-
Die Liebe zum Spiel – „Elf Mal Morgen“ (2024)
Auf diesen Film habe ich lange warten müssen. Präsentiert zur Berlinale 2024, als Beitrag zum Kulturprogramm der Fußball-EM der Männer im Sommer, lief er nur in wenigen Kinos. Und vermutlich erreicht fast jedes Bundesligaspiel an diesem Wochenende ein größeres Publikum als die ARD-Mediathek, in welcher er seit ein paar Tagen nun endlich auch verfügbar ist.
3 Antworten